Umgang mit  
     
  den traumatischen Erlebnissen

Wenn ich nicht muss, gehe ich nicht immer wieder auf die leidvolle Erfahrung zurück. Manchmal muss ich das, wenn ich etwas schreiben soll für den Asylantrag. Ich habe das Trauma jedoch immer im Hinterkopf. Die meisten wären nie in Therapie gekommen, wenn das Trauma nicht wäre. Sie haben traumatische Symptome, die man von Neurosen unterscheiden muss. Ihre Symptome sind entstanden aus dem traumatischen Ereignis, durch schwere Lebensbedingungen, die sich hier fortsetzen, weil sie immer wieder durch verschiedene Ereignisse hier retraumatisiert werden. Sie leiden unter real erlebten lebensbedrohlichen Erfahrungen.
 

Deshalb bin ich in der Arbeit mit Traumatisierten viel vorsichtiger als bei Neurotikern, wo ich mehr konfrontiere. Die Geschichte spielt nur dann eine Rolle, wenn der Patient das Bedürfnis hat zu erzählen oder wenn ein Symptom da ist, was direkt mit dem Trauma in Verbindung steht. Da sage ich manchmal: „Jetzt ist es dran, sich mit dem Trauma zu befassen, wenn Sie das Symptom loswerden wollen.“ Im Sinne der Verhaltenstherapie geht es dann darum, den Auslöser für ein Symptom zu erkennen. Aber dazu muss nicht unbedingt die gesamte Geschichte durchgearbeitet werden